The New TTT

 

Ich erinnere an die Zeile aus Historie von TTT, das wir die musikalische Abstraktion soweit geschafft hatten. Wenig später schied Frank Wrigth aus genannten Gründen aus.

 

 

Den Konsens durch den Austausch mit einem anderen Saxophonisten zu behalten erschien uns absurd. Frank Wrigth konnte man nicht ersetzen. Es gestaltete sich aber in kurzer Zeit wie von selber. Alan Silva hatte durch die Hommage des Öfteren mit uns in Schönblick gejammt.

 

 

Wir fanden das als Alternative in Ordnung , mussten uns aber erstmal mit seinen furiosen Wendungen im harmonischen Bereich zurechtfinden. Auch dieses Thema erübrigte sich wie von selbst. Alan absolvierte täglich experimentale Übungen, die er teilweise in seinem Buch über Harmonielehre festhielt. So ergaben sich schnell Ansatzpunkte die uns zusammen fügten. Im Endeffekt so schnell, das Alan von Paris wieder zurück kam und in Heimbach fortan wohnte. In diesem Moment wurde The New TTT  kreiert. Es war eine große Herausforderung für alle Beteiligten.

 

 

 

 

 

 

 Das Debüt gaben wir uns zu einer großen Immendorff Ausstellung zwischen Stuttgart und Augsburg. Es war selbst für Immendorff umwerfend spannend, so das er sich entsprechend äußerte: „Franki, ich muß hier singen“. Er hat es ziemlich Ernst gemeint, denn auch später hat er es öfter wiederholt. Bis dahin durfte das aber spaßeshalber nur Jeanne Lee. Schnell kam es auch zu weiteren T`s, die zu verschiedenen Veranstaltungen eingeladen wurden. Detlef Kessler, ein begnadeter Schlagzeuger seiner Zeit, der sich aber als Verleger des AMA Verlages rund um die Uhr beschäftigen musste, hätte gerne mehr mit uns gespielt aber zeitmäßig ließ es sich leider nicht vereinbaren. Mit schwerem Herzen gab ich dem bei. Es war damals zu merken, das Ralf und Alan ein Spannungsfeld aufbauten, welches der Band nicht sehr gut bekam. Noch dazu wo diese Spannung nicht musikalischen Ursprungs war. Trotzdem war das Trio etwas Besonderes.

 

 

 

Alan verbannte jede Art von Swing aus seinem Spiel, während wir versuchten Swing ins Spiel zu bringen. Viele andere Gastmusiker hatten mit Alan Probleme, so auch Louis T. Moholo. Wir merkten schnell, dass Alan kein T in unserem Sinne war. Selbst die größeren Besetzungen klangen völlig anders und disziplinlos. Eins aber ist klar: unschlagbar war die Experimentierfreudigkeit von Alan Silva. Es existiert eine Aufnahme von Alan über 12 Kanal Mischpult mit der wir 12 Lautsprecher, im hinteren Skulpturenpark verteilt, ansteuerten und je nach Bedarf verstärkten. 12 Musiker ebenfalls verteilt im Skulpturengarten, spielten nach freier Wahl, zu den sich entwickelnden Sounds. Dazu kam eine Tänzerin, Carla Mc Donald die ihre eigene Choreographie nach den Skulpturen ausrichtete und ich ritt auf Dornherrin, einem Vollblüter im Clownkostüm durch die Zuschauer. Die Gesichter der größtenteils Heimbacher kann man sich gut vorstellen.

 

 

Ein weiteres Experiment aus Ala Silvas Schatzkiste war die Ton- und Videoaufnahme von Feuer und Wasser an der Rur. Damit hätte er fast die Kamera ruiniert aber das Ergebnis war faszinierend. Beim Anhören der ersten Tape Variante beschloss ich meinen Basston nach einem durchfahrenden Linienbus auszurichten der im Hintergrund durch Heimbach fuhr. Das größere letzte Experiment von Alan war eine Zusammenarbeit mit Azubis vom RWE in Niederzier.

 

 

 

 

 

Alan baute eine Woche lang, bis zur Eröffnung der Kreiskulturtage in Niederzier.

Er hatte eine Anzahle Azubis zur Verfügung, die alle technischen Dinge Lösen konnten.

Es reagierte auf Sensoren aller Art wenn man vorbeiging. Die Sensoren lösten alle möglichen Audio- oder Videogeschichten aus. Man konnte aber auch mit dem Teil musizieren. Das RWE wollte es dann auch kaufen und im Hauptsitz in Essen unterbringen. Leider hatte Alan andere Preisvorstellungen. Später wurde es auch noch mal in Berlin zur Funkmesse eingesetzt.

 

 

Zu dieser Zeit fingen wir an mit Markus Lüpertz zu spielen. Markus war sehr von Edward Kidd Jordan begeistert, der zu dieser Zeit des Öfteren gastierte. Die großen Besetzungen waren meistens mit Louis T. Moholo, Alan Silva, Jeanne Lee, Kidd Jordan, Jesus Canneloni

und meiner Person .