TTT und Markus Lüpertz

 

Markus Lüpertz hatte in den vergangenen Jahren des Öfteren mit uns gespielt. Man konnte ihm ansehen, das die Energie die aufgebracht werden musste, nicht nur aus dem geistigen Bereich stammte, sondern auch harte körperliche Arbeit war. Verschwitzt und mit blutigen Fingern vom ungewohnten traktieren der Tasten über einen längeren Zeitraum, aber glücklich mit strahlendem Gesicht, wurde so manches Konzert beendet.

 

 

Penck sowie Lüpertz hatte in ihrer Art zu spielen sehr klassische Wurzeln. Penck mehr in Richtung Wagner und Lüpertz mehr in Richtung Mozart, wenn man dem Verständnis halber versucht einen Vergleich zu finden. Mit Jazz hatte das aber noch nicht soviel zu tun.

Bei einem Ausstellungskonzert mit Penckbilder in Amsterdam setzte sich Markus am Piano sehr gut in Szene, so das wir in einluden des Öfteren mitzuspielen. Es wurde gerne angenommen.

 

 Er gestaltete auch das Cover der Platte. Ein wichtiger Schritt in der weiteren Entwicklung war in den 80 er Jahren ein Konzert in Italien mit Skulpturen von Markus Open Air zu dem die Technik so gut wie nicht mehr funktionierte, wir aber trotzdem zu Ende spielten. 3 Tage später waren wir dann in Karlsruhe und spielten zur Eröffnung zweier Lüpertz- Bronzen an einer Brücke. Nach etlichen kleinen Auftritten mit Markus gab es in Luxemburg, in der Deutschen Bank, zur Einweihung der 8 m hohen Penck Bronze  „Heliotropolis“  wieder eine wilde Musik die wir leider nicht aufgenommen hatten.

Total verschwitzt und mit blutigen Fingern, verließ Markus zum Schluss die Bühne mit dem Hinweis, das Piano in Zukunft zu verstärken.

Irgendwann in den 90ern wurde Markus von Andrea Schlieter gefragt, das Logo für die Düsseldorfer Jazzrally, zu gestalten.

 

  

 

 Das war der Auftakt für die neue Gruppierung von TTT.

Durch einen Hinweis des unvergessenen Kölner Kunstpromoters Ingo Kümmel, den ich in seinen letzten Leidensjahren kennen gelernt hatte, fand der Saxophonist Jesus Canneloni zu uns. Zusammen mit Kidd Jordan und Louis T Moholo, Jeanne Lee hatten wir eine sehr aggressive Band auf der Bühne.

                      

 

 

 

 So groovten wir ein paar Jahre durch die Gegend. Zur Jazzrally 2001 kam es zum Eklat. Udo Lindenberg hatte uns sein Interesse, zu einem Treffen auf der CEBIT in Hannover bekundet, mal wieder mitzuspielen. Er hatte zu Immendorffs Zeiten in Hamburg ab und zu getrommelt und so sollte es wieder sein. Wir fanden einen Termin zur Rallye, wo er mit Moholo zusammen trommelte. Nach dem Konzert zum Umtrunk an dem ich nicht teilnahm, weil just an diesem Tag meine Tochter Leonie zur Welt kam, attackierte Louis nach etlichen Gläsern Alt, Kognak und den anderen Gelüsten, Markus und Udo. Das war leider das Ende der Trommelzeit bei uns.

 

 

 

Jesus brachte Frank Köllges ins Spiel, der ja das Erbe von Ingo Kümmel bei den Missiles übernommen hatte. Manfred Schoof und Gerd Dudek kamen dazu als ständige Mitglieder.   

Wir spielten und spielten und suchten nach dem richtigen Konzept für uns. Es war wie verhext, mal war der eine Teil super mal der Andere. Zufrieden war ich nie richtig. Es lag aber nicht an den Musikern an sich, sondern am Verständnis der Gesamtkonzeption.

Traumhafte Solis von Gerd, Manfred und auch Jesus hätten bei diszipliniertem Support unsererseits Weltklasse Musik sein können. Wir alle begriffen, dass in dieser Hinsicht etwas verändert werden muß. Wir alle lernten aus diesen flachen Phasen. Markus wurde immer mehr rhythmisch pianistisch wirksam. Eines Tages fragten wir Wolfgang Lackerschmid ob er sein Vibraphon bei uns spielen würde.

 

 

 Wir wurden nicht enttäuscht, er kam und spielte mit uns und ist auch aus der heutigen Band, nicht mehr wegzudenken. Wir lernten ihn auch in dieser Zeit kennen und schätzen. Ich will nichts vorwegnehmen aber aus seiner Richtung wird noch sehr viel kommen.

Ich muß hier noch erwähnen, das wir im Jahre 2008 im Frühjahr zwei Konzerte hatten, die alles bisher da gewesene in den Schatten stellten. Zur Buchmesse in Leipzig, zu der Markus Lüpertz  sein Buch „FRAU UND HUND“ vorstellte, organisierten wir ein Konzert im Gewandhaus Leipzig. Leipzig ist eine Künstlerstadt geworden, die auf künstlicher Ebene

gepuscht wurde. So war ein Lüpertz Besuch in Leipzig nicht als Maler vollzogen, sondern auf loyaler Ebene als Autor und Musiker. Alle haben das dann auch so gesehen.

Von den großen Leipziger Künstlern erschienen Hartwig Ebersbach und Frau Monika, Sieghard Gille mit Frau, der das Deckenbild in der Aula des Gewandhauses gemalt hat und viele andere.

Das Konzert gefiel sehr gut. Anschließend gab es noch sehr regen Gedankenaustausch zwischen Künstler im berühmten Auerbachs Keller.

Am nächsten Tag fuhren wir nach Dresden. In der Galerie von Emmanuel Guiragossian konnten die Dresdener zum ersten Mal, die kompletten grafischen Arbeiten sehen, die Markus Lüpertz zu den Events TTT und M. Lüpertz geschaffen hatte. Eine Superdokumentation dieser Zeit. Nach der Eröffnung spielten wir in der „TONNE“. Das ist eigentlich der älteste Dresdener Jazzkeller, der aber nicht mehr existiert. Er wurde im Zusammenhang mit der Frauenkirche und deren Umfeld abgerissen. Die Betreiber der neuen Tonne haben aus traditionellen Gründen den Namen übernommen, und die Innenarchitektur der alten Tonne übernommen.

Viele alte Dresdener Freunde und Musiker tauchten auf, die meisten noch sehr aktiv. Man konnte sehen, das die 60er noch nicht vergessen sind.“ Hauptsache Matte“ und wenn auch nicht mehr viel Haare da sind, egal irgendwo wächst noch ein Haar das lang getragen wird.

Es wurde ein tolles Konzert. Wir beschlossen eine CD zu produzieren.

Für die gesamte Band gibt es ein jährliches Großereignis in Bad Reichenhall. Zum Ende der Sommerakademie für bildende Kunst, die von Markus und seinen Assistenten geleitet wird, spielen wir in ganzer Besetzung. Da alle die Möglichkeit haben ein paar Tage dort zu verweilen, können wir uns wieder persönlich näher kommen. Dank an Professor Rupert Fegg der die organisatorische Hand der Sommerakademie ist. Geplant ist im nächsten Jahr 3 Tage Session und natürlich feiern.