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Vlatten

Gouache aus dem Lüpertz Tagebuch über Schinkel


Vlatten


Nachdem Schönblick für mich zu Ende war, zogen wir Ende1998 um nach Vlatten. Das erste Jahr hatten wir mit den persönlichen Dingen zu tun, die wir in den 10 Jahren angesammelt hatten. Sortieren, archivieren, unterbringen, auspacken, einpacken. Detlef Kessler hatte mir ein Teil seiner Halle zur Verfügung gestellt. Wir holten dort Hänger für Hänger wieder ab. Stefano, der Sohn meiner Schwester war eine große Hilfe. Die Nachbarschaft in Vlatten lernten wir schnell durch Familie Wilden kennen. Ingo Wilden versorgte mich in Heimbach mit Hafer für die zahlreichen Pferde und holte auch den Mist ab. Verwandtschaft aus Dreiborn brachte Stroh und Heu.


Schinkeltagebuch M. Lüpertz

Da zusammen gearbeitet wurde, konnte man auch gut feiern.


Wir hatten somit schnell ein gutes nachbarliches Verhältnis. Meine Werkstatt und auch die Rahmenwerkstatt waren wieder hergerichtet und schon hatte ich den Auftrag für Berlin das Ritz Carlton Hotel mit Lüpertzkunst für Zimmer und Flure zu bestücken. Ich stürzte mich also in die Sache ohne zu wissen, welche Logistikansprüche dieser Job verlangt.


Schinkeltagebuch M. Lüpertz

Der Zufall kam mir zu Hilfe. Peter Sandkaulen wohnte in Berlin Glienicke und stellte mir einen Raum zur Verfügung, so dass wir ein Zwischenlager hatten.



Zur Feier der Gewerke waren wir natürlich auch.

Ich musste Fuhre für Fuhre nach Berlin bringen. Dann kam die Zeit der Anbringung an die Wände im Hotel. Peter Sandkaulen war immer mit zur Stelle. Nach unglaublichen Schwierigkeiten hatten wir es geschafft.





Im Anschluss an das Ritz Carlton sollte der Düsseldorfer „Breidenbacher Hof“ neu gebaut werden. Wir hatten große Pläne. Udo Lindenberg sollte das Glasportal gestalten. Er war als junger Mann Liftboy im Hotel und hätte gerne die Kabine des Lifts für sein Museum gehabt.


Wir setzten alles in Bewegung, so dass es 2001 zur Jazzrally zu einem Treffen mit dem Düsseldorfer Bürgermeister Erwin kam. Dort ist bestätigt worden: Udo erhält den Lift. Leider ist das nichts geschehen, weil das gesamte Projekt Breidenbacher Hof kippte.


So ging es erst mal nach Moskau. Ein Jahr lang messen, bauen, malen, korrespondieren. Dann kam der erste Trip nach Moskau.


Ein Solo wie es im Buche steht. Das fing am Flughafen an. Taxi nur gegen Tip, Vorausbezahlung und noch mal Tip. Dauerte 3 Stunden bis zur Twerskaja.


Im Büro niemand da und auch nicht auf der Baustelle, also bis 19 Uhr sollte man in Moskau ein Hotel haben für die eigene Sicherheit. 20 Uhr hatte ich dann eins, was ganz in der Nähe war, wie sich später rausstellte, doch das Taxi machte erstmal eine Stadtrundfahrt. Trotzdem war ich begeistert von der Stadt. Es hatte sich alles verändert und trotzdem war vieles wie es ewig war, nämlich russisch.



Am nächsten Tag ging ich mit Fotoapparat wie ein Tourist auf die Strassen von Moskau. Am Abend war ich Fußmüde und setzte mich in ein 24 Stundenkaffe. Vor der Tür stand alles was in Deutschland Rang und Namen hat, Porsche, Lamborghini, BMW X5, Mercedes 500, auch alle möglichen Harleys. Da saß ich nun alleine am Tisch aß und trank und fühlte mich beobachtet aber wahrscheinlich weil ich keinen Autoschlüssel mit Brillis auf dem Tisch hatte und meine Klamotten nicht nach Boss aussahen. Dennoch fühlte ich mich wohl. Am 3. Tag hatte ich dann doch Kontakt mit einem Bauleiter, der mir alles zeigte, ich aus dem Staunen nicht mehr raus kam, weil der Bau gigantisch war aber von Tüv nirgends wo etwas zu sehen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass alles zurzeit fertig werden kann. Es war ja schon knapp vor Toresschluss.



Am nächsten Tag machte ich meine Runde durch Moskau auf der anderen Seite und flog einen Tag später wieder nach Hause.





Eigentlich war ich froh, unter diesen Umständen dort, keine Bilder selber hängen zu müssen. Für die Public Area wurde von meinem Angebot, zur Freude der betroffenen Künstler, Kunst ausgewählt, die allen einen guten Verdienst einbrachten.


Ich hatte von Junior Toscanelli 3 Superbilder angeboten (ca. 3x4m), die auch sofort bewilligt wurden und man kann sich dafür keinen schöneren Platz aussuchen.


Junior zog die Konsequenz und ging nach Paris um dort zu leben und zu arbeiten. Ein Kreislauf, wie er im Buche steht für einen Künstler.


Auch Hartwig Ebersbach hat mit seinen Arbeiten gute Plätze bekommen. Direkt in der Rezeption hängt ein Bild und strahlt durch die ganze Halle. Emmanuel Guiragossian ist im Restaurant vertreten und passt auch ohne Rahmen zur gesamten Räumlichkeit.


Ante Milas seine Bilder mit den Altstadtgeschichten sind in der Bar genau an der richtigen Stelle angebracht. Der Pianospieler von Markus hängt dem leibhaftigen Pianospieler in der Lounge gegenüber.

Als alles fertig war, habe ich mir mit meiner Familie die Freude gegönnt, das Hotel ein paar Tage zu genießen. OK, Luxus Pur rund um die Uhr. Jede Etage im Haus macht Spaß, wenn man immer die Rolle 5er Banknoten dabei hat, denn Service muß honoriert werden und manchmal ist es etwas nervig.


Es zeichnet sich auch beim Personal ab, wer seinen Job gerne macht. Manchmal sind so ganz nette Aufmerksamkeiten sehr angenehm, wie eine wärmende Decke für das Kind, wenn man auf dem Dach an der frischen Luft sitzt oder extra Kindertee, Kissen unter den Hintern.


Am Eingang zu unserer Suite hing auch noch ein Gouache von Leonie, welche ich gemalt hatte. Leonie hatte auch auf den großzügigen Moskauer Strassen viel zu tun.


Konnte manchmal nicht glauben das ein Haus von außen gar nicht aussieht wie ein Kaufhaus und innen plötzlich ein Palast ist und man kann trotzdem Milchschnitte und Wurst kaufen.


Als wir vom langen Fußmarsch zurück auf den Roten Platz kamen entdeckten wir ein Imbiss mit Sitzplätzen und allerlei Ringsrum, wo Leonie unbekümmert spielen konnte und wir sie trotzdem gut im Auge halten konnten . Dort gab es gutes russisches Bier für 3 € im großen Plastikbecher. Das Hotel ist ja ganz in der Nähe, also hatten wir Zeit und Lust, den sonnigen Nachmittag zu genießen. Leute anzuschauen und schon mal den großen Durst zu stillen, weil das Bier am Abend im Hotel doch etwas langsamer durch die Kehle fließt bei 15 € pro Glas. Sehr auffällig ist, das junge Frauen sehr gut gekleidet zwischen 2 Uhr und 6 Uhr sehr emsig Shopping machen, später von der Strasse verschwunden sind. Junge Männer eher usselig in kleinen Gruppen, meistens schon angetrunken durch die Stadt bummeln. Na ja, schöne Mädchen finden schnell einen Job.


Moskau ist sauber, man schmeißt keine Kippe auf die Strasse oder andern Abfall, aber das hat sich ja in allen Großstädten jetzt durchgesetzt, wenn ich dran denke vor 10 Jahren als Akrobat durch Paris über die Hundescheiße geturnt. Die Zeiten sind vorbei. Dafür kostet jetzt ein paar Schuhe 100 € und die gleich daneben 1000 € ohne sichtbaren Unterschied. Ohne Probleme kann man für den kleinen Appetit an den Imbissbuden russische Leckerbissen nehmen, während im Restaurant a la cart mit einer Flasche Wein gleich ein Vermögen weg ist. Am letzten Tage auf dem Weg zum Flugplatz war das echte Abenteuer. Im feinsten Mercedes vom Shuttle Service haben wir die Rallye Dakar gefahren. Hält nur Mercedes aus. Schlammverkrustet aber noch pünktlich, waren wir am Flughafen angelangt und hinterließen einen fluchenden Fahrer, der ängstlich seine Hinterachse inspizierte. Shopping auf dem Flughafen für ein paar Andenken und 2 Stangen Zigaretten a17 €. Warum sind Zigaretten eigentlich so billig? Na, weil man sowieso nirgends rauchen kann.


Als wir wieder zu Hause waren ging schon die Neue Geschichte mit Irland los. Das Land mit dem größten Wirtschaftsaufschwung seinerzeit. Ich kannte das Land sehr gut aus den 80ern. Da wurde Künstlern noch angeboten das Land zu besiedeln, damit wenigsten die Bevölkerungsdichte nicht weiter abnahm. Wenig junge Leute waren im Land zu sehen. Wenig Investition seitens der Industrie. Mercedes hatte irgendein Werk in Sligo. Immobilien bis hoch zu den Schlössern waren spottbillig und im schlechten Zustand. Es war der Geheimtipp der deutschen Englischlehrer die auf der ganzen Insel zu treffen waren um ihr Englisch aufzubessern und die abends die Pubs bevölkerten und versuchten Paddy unter den Tisch zu trinken. Doch der war 96%igen Putchin gehärtet. Es gehörte dazu einmal von dem Zoll erwischt zu werden und wegen Schwarzbrennerei ein paar Jahre Knast in Kauf zu nehmen für die Aufnahme in den Adelsstand entlang des großen River. Wir haben von großen Taten an der Westküste gehört, wo die Fischer fassweise Bier aus Frankreich rüberholten und beim Verteilen geschnappt wurden, verraten vom Dorfsherrif der abends mit an der Theke stand. Die Ladung kam auf den Zollhof. Vom Gewissen gequält verriet der gleiche Sherrif wie man da reinkommt. Ladung wieder raus und verteilt in einer dunklen Nacht. Ganze Dörfer der Umgebung waren hacke zu in den nächsten Tagen. Der Sherrif darf wieder an der Theke stehen. Es war das Land der Raucher. Die Pubs waren immer verqualmt aber es war eine Super Atmosphäre. Wir waren Wochen unterwegs immer hinter den Spuren der Kelten her. Find sie mal, die alten Stätten. Paddy sagt: Gibt es hier nicht. Damals wollte man einfach keinen Tourismus und German Hans war nicht der beliebteste.



Dublin aber war die Stadt der Musik, Kunst, Studenten. Hier boomte das irische Leben. Hier erfüllte sich der irische Traum für alle die da waren oder hinkamen. Es war auch normal, wenn wir in unser gemietetes Appartement kamen, erstmal anzufragen ob es denn auch frei ist. Also riefen wir den Vermieter von London an, um zu sagen, dass wir kommen. Da hatte er noch 2 Tage Zeit die Leute zu vertreiben.


Einmal fuhren wir des Nachts nach Londonderry im Schneetreiben. An einer für uns unsichtbaren Grenze, tauchte auf der Fahrbahn ein Soldat auf, der aussah wie Rambo. Wir fügten uns sofort und beantworteten artig seine Fragen. Wir wussten, dass der Ort für Rambo Londonderry hieß. Ein Paar Kilometer weiter machten wir Rast in einem Pub und auf die Frage der Iren, wo wir hinwollen sagten wir artig: nach Derry. So einfach war das damals. Wir kamen heile an. Am nächsten Tag zeigte uns der Galerist die Stadt.


Wir fuhren durch beide feindliche Seiten. Beim Anblick der Panzerspähwagen wurde uns wieder leicht mulmig. Wir standen an einem Kontrollpunkt und schauten auf die Katholikenseite. Da kam von im barschen Ton, hinter zwei dicken Maschinenpistolen, der Befehl uns dort zu verziehen. Da sind Heckenschützen in den Häusern.


Trotzdem waren die Leute relax, aber vorsichtig, weil sie die Gefahrenstellen ja kannten. Ich brauchte neue Gitarrenseiten und so wanderten wir durch die Stadt auf der Suche nach einem Musikstore. Plötzlich lagen die Leute auf der Strasse auf dem Bauch und wir wussten nicht warum. Der Mann neben mir brüllte: runter, runter. Wir legten uns schnell auf dem Bauch. Hinter uns waren dann 2 LÖCHER in den Schaufensterscheiben. Die Leute aber liefen schon weiter, während wir noch auf dem Bauch lagen. Abends zum Konzert kamen die Punkfans und tanzten ab, während die eingeladene Gesellschaft im Zwirn, sich ein Guinness gönnte. Trotzdem kamen wir mit den Iren sehr gut zurecht, es sind sehr einfügsame und gemütliche Leute.


Diesmal, nach 10 Jahren war plötzlich alles anders. Große Geschäftigkeit, Hektik, Geldschneiderei, teuer, viele Kinder, saubere Häuschen, Neubauten, renovierte Altbauten, willkommener Tourismus und Nichtraucherzonen überall. Auf meine Frage, wie sie mit dem Rauchverbot umgehen, kam sehr lapidar: ist doch schön so.


Am zweiten Tag konnte ich das Hotel inspizieren. Es war noch Rohbau aber die Musterzimmer waren fertig. Die Lage allein war wunderschön. An einem großen Golfplatz in der Nähe von Wicklow, eingebettet in ein bewaldetes Tal.


Wer Irland kennt, weiß das, wenn schon Wald, dann richtig alte gestandene Bäume. Auf dem Bau Ordnung und Disziplin vom Feinsten. Ohne Helm und richtige Arbeitsschuhe kein Zutritt. Riesen Security Aufwand.


Es dauerte alles etwas länger als üblich, am Abend waren wir aber fertig. Einer der österreichischen Einrichter und Holzspezialisten hatte Geburtstag. Es wurde gefeiert bis früh um 4 Uhr. Der Nachtdienst, ein Vietnamese, hatte gegen 2 Uhr Nachts die Nase voll vom ständigen auf und zu schließen der Tür für die Raucher und gab uns einen Aschenbecher. Welche Freude. Endlich war das Besteck perfekt: Guinness, Whisky und Zigarette. Nun wusste ich, dass ich mit meinen Motiven richtig lag. Noch eine Fotosession von Landschaft und Häusern, ab nach Hause. Irgendwann wenn es klappt, werde ich mit meiner Familie da auch hinfahren. Irland muß man kennenlernen.

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